Die Bandbreite an „großen Bildschirmen“ ist riesig: diverse Hersteller; Profi-Geräte und TVs; LCD/LED vereinzelt noch Plasma; verschiedene Auflösungen und Helligkeitsklassen usw.
Ziel dieser Seite ist ein  technischer Hintergrund. Und am Ende auch, warum sich beim Thema Display die Kontaktaufnahme mit AV-ING lohnt!


Bildschirm- Bezeichnungen

Ein Bildschirm ist ein Anzeigegerät für Bilder oder Zeichen, bei der die Darstellung direkt auf dem Gerät sichtbar ist.

Die Gerätebezeichnungen sind bei weitem nicht eindeutig:

  • Bildschirm/ Flachbildschirm / Groß(format)bildschirm
  • Monitor
  • Display/ Professionelles Display/ Public Display/ Large Format Display/ Digital Signage Display/ Smart Signage Display
  • Fernseher/ TV-Gerät/ Flachbildfernseher/ LCD-Fernseher etc.

Prinzipiell ist ein Großbildschirm nichts anderes, als eine Art PC-Monitor „in groß“. Nach klassischer Einteilung gehören Geräte ab 40″ in die Kategorie der Großformatbildschirme (Large Format Displays). Die Schnittstellen umfassen jedoch nicht nur PC-Eingänge, sondern in der Regel auch Anschlüsse für (diverse) Videoformate.

Heute sind Geräte mit Flachbildschirm die Regel. Die Bezeichung steht für die vollkommen plane Bildschirmfläche, im Gegensatz zu den mehr oder weniger stark gewölbten Mattscheiben der früheren Röhrengeräte. Das Flachbildschirme auch „flacher bauen“ als ihre CRT-Vorgänger (Cathod ray tube, deutsch: Kathodenstrahlröhre) , ist ein zusätzlich positiver Aspekt, der die Möglichkeit eröffnete die Geräte an die Wand zu hängen. Doch – abhängig von der Technik-  unterscheiden sich auch heutige Geräte hinsichtlich der erzielbaren Gerätetiefe.

Display ist ebenfalls ein häufig genutzter Begriff- mit verschiedensten Wortzusätzen.  Leider ist das ebenfalls nicht eindeutig ist, weil in der Werbung gedruckte Plakate als Displays bezeichnet werden.

Der Monitor zeigt die Bilder vom PC (PC-Monitor), der Fernseher (neudeutsch auch TV-Gerät) die Fernsehprogramme.

 

 

Unterschiede Profi zu Amateur

Fernseher/ TV-Gerät versus professioneller Monitor

Der Unterschied vom Fernseher für den privaten Anwender (Consumer = Konsument) zum professionellen Gerät besteht darin, dass bei einem Fernsehgerät ein Tuner für den TV-Empfang integriert ist. Daher fällt ein TV-Gerät unter die GEZ-Pflicht.

Professionelle Monitore bieten statt dessen – je nach Modell-  folgende Funktionen, die TV-Geräte nicht haben:

  • Portrait Modus (Bild im Hochkantformat)
  • 24/7 Dauereinsatz
  • Vor-Ort-Service bei einem Geräteausfall
  • höhere Helligkeitsleistung für schwierige Umgebungsbedingungen
  • Einsatz bei Sonneneinstrahlung
  • Touch-Lösungen
  • technische Maßnahmen gegen Schäden durch statische Bilder

Aufgrund dessen unterscheiden sich TV-Geräte von professionellen Monitoren im technischen Aufbau.

Weitere Gerätegruppen

  • High Brightness Displays
  • Outdoor Monitore
  • Splitscreen-Geräte, Monitorwände
  • Rahmenlose Displays
  • Halbdurchsichtige Displays/ Transparent LCD

Die Liste mit unterschiedlichen Begriffen und Gerätetypen lässt sich noch weiterführen. Einige hier noch nicht genannte Begriffe kommen noch in den weiteren Abschnitten vor.

 

 

Die bilderzeugende Technik

Die RGB-Theorie

Ein farbiger Bildpunkt auf dem Bildschirm, wie er vom menschlichen Auge wahrgenommen wird, ensteht bei allen heutigen Techniken grundsätzlich aus dicht nebeneinander liegenden Farbpunkten in rot, grün und blau (RGB). Durch unterschiedliche Helligkeiten der drei Farbanteile entsteht im menschlichen Auge das gesamte Farbspektrum. Im Bild rechts erkennt man den unteren Teil des weißen Buchstabens A. Das menschliche Auge nimmt die eng zusammenliegenden leuchtenden roten, grünen und blauen Punkte als weiß wahr. Das umgebende blau entsteht durch die weniger hell leuchtenden blauen und grünen Bildpunkte.

 

 

Die technischen Lösungen

Nach wie vor unterteilen sich die heute üblichen Geräte  in die Haupttechnologien: LCD oder Plasma. Wenn in diesem Größenbereich von LED-Geräten die Rede ist, gehören diese in der Regel zur LCD-Gruppe.  Diese Spitzfindigkeit macht Sinn, weil es  auch Geräte gibt, die zur Bilderzeugung farbige Mini-LEDs verwenden. Und beim Stichwort LED kommt auch die nächste Technik ins Spiel: OLEDs.

LCD

LCD steht für Liquid Cristall Display, also flüssigkristalline Displays. Der Begriff Display ist also genau genommen schon Bestandteil der 3 Anfangsbuchstaben.

Bei LCD Geräten erzeugt eine Hintergrundbeleuchtung weißes Licht, welches Farb- und LCD-Scheiben passiert, um die richtige Farbe und Helligkeit zu erhalten. Das Hintergrundlicht (Backlight) kommt entweder aus dünnen Leuchtstoffröhren (CCFL) oder wird durch LEDs erzeugt. Damit Geräte besonders dünn gebaut werden können, ordnet man die LEDs im Rahmen an und sorgt durch flache Kunststoffelemente für eine möglichst homogene (gleichmäßige) Lichtverteilung. Diese Technik nennt sich Edge-LED. Aufwändiger und nicht mehr so dünn sind Geräte, bei denen die LEDs direkt hinter den Scheiben angeordnet sind. Weil die LCDs nicht in der Lage sind, das Hintergrundlicht vollkommen abzuschatten, haben diese den Vorteil höherer Kontraste, da einzelne Bildbereiche gedimmt werden können. Außerdem leuchten direkte LEDs das Bild gleichmäßger aus.

Plasma

Obwohl entwicklungstechnisch jünger als die LCD-Technik, machte erst die Plasma-Technologie die wirtschaftliche Herstellung von großformatigen Displays möglich. Dabei erzeugen die Plasmazellen selbst das Licht für das Bild. Daher ermöglicht Plasma technisch das Potential für größtmögliche Kontrastwerte, was Plasma-Geräte speziell im Vergleich zu LCD-Geräten abhebt.

Zusammen mit einem hohen erzielbaren Farbspektrum können gute Plasmageräte daher für die Darstellung von Bildern und Filmen die beste Wahl sein.

Der Energieverbrauch von Plasmageräten ist abhängig vom Bildinhalt. Ein absolut weißes Bild hat den höchsten Verbrauch, da alle Zellen maximal leuchten. Bei einem schwarzen Bild sind alle Zellen dunkel. Der Energieverbrauch eines Plasma-Geräts bei der Darstellung eines Films ist also dynamisch.

Plasma-Geräte sind zum Teil mit sehr hohen Helligkeitswerten angegeben, bieten diese Helligkeit aber nur punktuell und nicht bei einem vollformatigen Bild, da die Hersteller den Maximalverbrauch abregeln. Aus diesem Grund ist Plasma im professionellen Bereich von LCD und LED verdrängt worden. Im Frühjahr 2014 stellte der Plasma-Protagonist Panasonic seine Produktion ein. Schon einige Jahre vorher hat Pioneer- die Geräte galten lange als Empfehlung für den Cineasten – das Segment verlassen. Samsung und LG stellten ebenfalls 2014 die Produktion ein.

LED

LED als eigene Kategorie bezeichnet Geräte, bei denen jeder Bildpunkt aus mehreren einzelnen selbst leuchtenden LEDs (Light Emitting Diodes) gebildet wird. Je nach Abstand der LEDs zueinander benötigt der Zuschauer einen mehr oder weniger großen Mindestabstand, damit er nicht mehr die einzelnen LEDs, sondern ein Gesamtbild erkennt. LEDs erzeugen ein helles Licht bei geringer Größe und geringem Energiebedarf. LEDs werden in LED-Wänden für große Bilder genutzt. Es gibt Indoor und Outdoor Systeme, die fest installiert werden oder mobil bei Veranstaltungen eingesetzt werden.

Auf Messen zeigen Hersteller auch reine LED-Geräte mit nur ca. 50″ Bilddiagonale. Diese Geräte erzeugen zwar tageslichttaugliche Helligkeiten, bieten jedoch nicht die Bildqualität auf der man sich gerne einen Film ansehen würde.

OLED

Organic Light emitting Diodes, also „organische Leuchtdioden“ werden schon seit Jahren als zukünftige Technikgeneration gehandelt. Wie bei der Plasmatechnik und LED wird auch hier das Licht in der Zelle gebildet. OLEDs sind dünn, hell, energiesparend und kontraststark. Sie lassen sich (theoretisch) günstig herstellen und sogar auf biegsamem Material aufbringen. Bisher gibt es nur kleine OLED-Displays in Serie. Schwierig scheint die Produktion größerer Diagonalen zu sein. Außerdem war die ungenügende Haltbarkeit der Geräte lange Zeit ein Thema. Anfang des Jahres 2012 wurden erstmals TV-Geräte mit 55″ Diagonale vorgestellt, die noch Ende 2012 auf den Markt kamen. Ende 2013 kamen erste gebogene 55″ Geräte auf den Markt. Doch auch das ist noch kein „Must-have“-Feature für die Kunden, die hohen Preise und die noch etwas unsichere Lebensdauer der Geräte zu akzeptieren.

 

 

Bildgrößenentwicklung

Bildgröße für fast jede Situation

2011 waren die 40″ und 42″ Geräte die absoluten Verkaufsschlager und der Trend geht  (zumindest für das Erstgerät) zu größeren Diagonalen. Kein Wunder, denn in 2013 konnte man sogar schon 70″ Sharp-TVs für 2000,-€ ergattern. Die meisten Wohnzimmer sind aber schon bei 55″ bis 60″ gut gefüllt.

Bei den professionellen Geräten erschöpfte sich die Auswahl bis 2009 noch überwiegend in der Frage, ob es eine 40″, 42″ oder 50″ Bilddiagonale sein sollte.

Bei Diagonalen bis 80″ wird der Markt aufgrund der Preise von den Stückzahlen her schon dünner- nimmt aber durch eine immer flacher verlaufende Preiskurve stetig zu.
Stand 2014 bietet Sharp ein 90″ und Samsung ein 95″ LCD-Gerät an. Es bleibt spannend, wie sich die Bilddiagonalen weiter entwickeln werden.

Ausgestorbene Plasma Giganten

Bereits ab 2006 bot  der Plasma Pionier Panasonic einen serienmäßig hergestellten 103″ Plasma. Die letzte Generation lief im Frühjahr 2014 vom Band. Gleich mehrere Superlativ erreichte das 152″ Plasma-Flaggschiff von Panasonic, welches von 2011 bis 2013 im Angebot war:  3,86m Bilddiagonale, 4096×2160 Pixel, 577kg. Bei einem Kaufpreis von ca. 250.000,-€ handelte es sich um ein wirklich exclusives Gerät, was nur auftragsbezogen gefertigt wurde.

 

 

Gewicht und Gehäusegröße

Geräte auf Schlankheitskur

Die Reduzierung der Gehäusetiefe erlebte bei den LCD-Geräten mit Einführung der LED-Hintergrundbeleuchtung einen deutlichen Schub. Insbesondere die Displays mit Edge-LED Technik erlauben eine sehr geringe Bautiefe. Aber auch Plasma-Geräte brauchen sich mit ihren Gerätemaßen nicht mehr in extra angefertigten Wandnischen zu verstecken. Mit größeren Gehäusetiefen haben heute eher noch die LCD-Geräte mit der konventionellen CCFL-Hintergrundbeleuchtung zu kämpfen.

Das Thema Schlankheitskur in Bezug auf Form (Dicke) und Gewicht ist jedoch nach wie vor auf der Agenda der Hersteller.  Das war schon 2012 auf der CES in LasVegas ein Thema und wird es weiterhin bleiben.

 

 

Standbildproblem

Reduzierung negativer Langzeiteffekte: Einbrennen & Image Retention

Statische Bilder haben speziell bei Plasma-Geräten schnell zu Problemen geführt, die Einbrennen genannt wurden.  Extrem gesehen, altert eine Plasmazelle durch starkes Leuchten über einen längeren Zeitraum schneller, als eine weniger beanspruchte Zelle. Bei starken Kontrasten ( z.B. schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund) konnte man diese Alterung schon nach relativ kurzer Zeit sehen. Wenn dann ein komplett weißes Bild dargestellt wurde, leuchteten die Zellen, die vorher die dunkle Schrift angezeigt hatten stärker.

Bei LCD-Geräten gibt es ebenfalls einen negativen Effekt, der sich durch ein, lange Zeit einwirkendes, statisches Bild einstellt. Die LCDs verlieren in diesen Bereichen die Fähigkeit sich zurückzustellen. Die Folge ist ein ähnliches Schadensbild wie bei den Plasma-Geräten.

Bei beiden Technologien wurden Fortschritte gemacht und das Thema demnach nicht mehr so kritisch. Dennoch gibt es Kriterien, die bei der Nutzung von Displays auch heute noch beachtet werden sollten.

 

 

Kostenentwicklung

Reduzierung der Kosten

Nach langem Sinkflug und zwischenzeitlicher Stagnation der Preise lockt speziell der Consumerbereich mit beinahe unglaublichen Sonderangeboten. Im professionellen AV-Bereich hatte zuletzt der Markteintritt des koreanischen Konzerns Samsung, die etablierten japanischen Hersteller Panasonic, NEC, Sharp, Sony, Mitsubishi  & Co. unter Druck gesetzt. Nun drängen mit LG und Hyundai zwei weitere Global Player in den professionellen Markt. Da im TV-Markt zunehmend auch chinesische Hersteller Fuß fassen, wird das Angebot im professionellen Bereich nur noch eine Frage der Zeit sein.

Die sinkenden Preise für Displays tragen daher zur stärkeren Verbreitung im professionellen AV-Installationsbereich bei.

Vom reinen Anschaffungspreis her sind entsprechend große Displays gegenüber günstigen Einstiegsbeamern zwar vielleicht teurer, jedoch können Montage- und Folgekosten diesen Nachteil unter Umständen kompensieren.

 

 

Weitere Erfolge & Entwicklungsziele

  • Verringerung des Energieverbrauchs
  • Verringerung des Gewichts
  • Erhöhung der Helligkeit
  • Erhöhung der Auflösung
  • 3D, Weiterentwicklung zu 3D ohne Brille
  • OLED

 

Fazit:Für die Auswahl der passenden Geräte gibt es viele Kriterien. Daher ist das Thema immer ein sinnvoller Ansatz für eine unverbindliche Kontaktaufnahme.